Die Qualität von Straßenoberflächen ist ein wichtiger Faktor, insbesondere um gezielt Routen danach auszurichten. Wer auf einem Rennrad oder Inline Skates unterwegs ist oder einen Kinderwagen über sanft schaukelnde Oberflächen schieben will, wird sich freuen, wenn Routing-Algorithmen (oder die User selbst) auf Informationen zur Oberflächenbeschaffenheit zurückgreifen können. Schlechte Oberflächen wie Kopfsteinpflaster sind für einige Verkehrsmittel unpassierbar und auch beispielsweise mit einem normalen Stadtrad muss die Geschwindigkeit an solchen Stellen oft erheblich reduziert werden.
Zur Bewertung der Oberflächenbeschaffenheit gibt es in OSM – neben surface für den Fahrbahnbelag selbst – den Schlüssel smoothness, der jedoch oft mehr oder weniger nach subjektiven Kriterien vergeben wird. Ein Autofahrer wird hier beispielsweise etwas andere Maßstäbe anlegen als eine Rennradfahrerin. Dabei besitzen fast alle Mapper ein Smartphone und könnten damit auf ein hochpräzises Sensorium als Entscheidungshilfe für die Kategorisierung zurückgreifen, wenn sie es an einem Fahrzeug fixieren und die Vibrationen aufzeichnen. Ob das funktioniert, habe ich auf einem Abendspaziergang mit dem Fahrrad getestet.
Voraussetzung ist ein Beschleunigungssensor/Accelerometer, wie es eigentlich jedes aktuelle Smartphone an Bord haben müsste. Ich habe meins (ein aktuelles 300-Euro-Mittelklasse-Gerät) mit einer flexiblen Silikon-Halterung am Lenker befestigt und bin eine Teststrecke mit verschiedenen Oberflächen abgefahren. Die Vibrationen habe ich mit der erstbesten App, die ich zur Aufzeichnung des Beschleunigungssensors gefunden habe, mitgeschnitten. Die Silikonhalterung führt vermutlich dazu, dass die Vibrationen verstärkt werden und damit differenziertere Ergebnisse ermittelt werden. Die (absolute) Beschleunigung in X-, Y- und Z-Richtung habe ich zu einem Mittelwert zusammengefasst, der Grundlage für die folgenden Ergebnisse ist.


